Mario Schifano – When I Remember: Ausstellung im SCHAUWERK Sindelfingen
Die Ausstellung Mario Schifano – When I Remember ist derzeit im SCHAUWERK Sindelfingen zu sehen. Sie bietet eine umfangreiche Retrospektive des italienischen Künstlers Mario Schifano (1934–1998) mit über 80 Werken aus Malerei, Collage, Zeichnung, Film und Fotografie und ist bis zum 21. Juni 2026 geöffnet.
Die großzügigen Räumlichkeiten geben insbesondere den großformatigen Arbeiten den entsprechenden Raum. Es macht wirklich Freude, sich die Werke in Ruhe anzuschauen.
Das Schauwerk
Das Schauwerk ist eine beeindruckende, großräumige Galerie in Sindelfingen. Entstanden im ehemaligen Werk der Firma BITZER der Familie Schaufler, wurde das Gebäude vom Planungsbüro BFK Architekten umgebaut. Herausgekommen ist ein eindrucksvoller Bau, der nicht nur der Sammlung der Familie Schaufler Platz bietet, sondern auch immer wieder mit abwechslungsreichen Ausstellungen überzeugt.
Bis zum 21.06.2026 ist die Ausstellung When I Remember in Sindelfingen zu sehen.
Wer war Mario Schifano?
Hierzulande ist Mario Schifano eher unbekannt. Der italienische Künstler, geboren in Libyen, zählt jedoch zu den bedeutendsten italienischen Künstlern des 20. Jahrhunderts und war international bekannt. Zeitweise lebte er in New York. Seine Kunst wird meist der Pop Art zugeordnet – nicht zuletzt, weil er mit seinen Coca-Cola-Werken weltweite Bekanntheit erlangte.
Schifano war bekannt für ausschweifende Partynächte und galt als Lebemann. Das ist die eine Seite. Leider hatte er auch mit Drogenproblemen zu kämpfen, die so weit gingen, dass er zeitweise körperlich eingeschränkt war. Das hielt ihn jedoch nicht vom Arbeiten ab. Im Gegenteil: Er wurde kreativ und nutzte andere Stilmittel und Materialien, um sich auszudrücken.
Mario Schifano
Der italienische Künstler, geboren in Libyen, zählt zu den bedeutendsten italienischen Künstlern des 20. Jahrhunderts.
Vermittler der Wirklichkeit
Schifano war ein unglaublich vielschichtiger Künstler und produzierte zu Lebzeiten schätzungsweise rund 100.000 Werke. Er malte, fotografierte, erstellte Collagen, filmte und nutzte unterschiedlichste Stile und Materialien – was es zunächst schwierig macht, ihn eindeutig einzuordnen. Hört man ihm jedoch zu, wird schnell klar, wie er selbst seine Arbeit verstand:
“Ich habe wirklich so gemalt, wie ich bin.
Und ich bin nicht immer derselbe.
Jemand hat gesagt, meine Arbeit sei eine
‚Never-Ending-Tour‘, eine Art ‚Meta-Werk‘,
von dem man nicht weiß, wo es beginnt und
noch weniger, wo es endet.
Es ist endlos, weil es nicht in mir entsteht,
sondern aus der Realität. Ich nehme alles
auf und gebe alles wieder zurück.”
- Mario SchifanoEr betonte, dass er nur das wiedergibt, was er sieht. Er verstand sich als Vermittler der Wirklichkeit – seiner Wirklichkeit. So entstanden Ausschnitte und Szenen, wie er sie wahrnahm. Ähnlich wie wir im Alltag Situationen aufnehmen und empfinden, versuchte er, diese Eindrücke festzuhalten. Dabei nutzte er auch Schrift und Symbole, um bestimmte Wahrnehmungen zu verstärken. Popkulturelle Themen griff er auf und verarbeitete sie direkt in seinen Arbeiten.
Schifanos Werke bringen eine besondere Lebendigkeit mit sich. Bewegung, Farben, Grafiken und Bildausschnitte wirken vertraut – vielleicht auch deshalb, weil die Motive aus der Realität stammen und wir solche Szenen selbst schon erlebt haben.
Der Besuch im Schauwerk lohnt sich. Lernen Sie Schifano und seine Wirklichkeit kennen.